Ein Tag hinterm Mischpult
Wie ich Einblick in komplexe Veranstaltungstechnik bekam
Vor mir lag eine bunte Farbpalette, die das vielfältige Spektrum eines Mischpultes darstellte. Alexander erklärte mir die unterschiedlichen Funktionen der Regler, die einfach nach oben und unten geschoben werden konnten. Das Mischpult erinnerte mich an ein Kontrollzentrum gefüllt mit fortschrittlicher Technik.
Als leidenschaftliche Konzertgängerin habe ich zahlreiche Veranstaltungen besucht. Am 17. Januar 2026 erhielt ich die Chance, einen Blick in die Welt der Technik zu werfen. Bei dieser Gelegenheit erlebte ich hautnah wie Veranstaltungstechnik funktioniert.
Für mich als Konzert-Bloggerin ein spannender Tag
Diese einmalige Gelegenheit erhielt ich von der Firma photon Veranstaltungstechnik in Köln.
Wie die meisten von euch wissen, schreibe ich auf meiner Website über Konzerte, Barrierefreiheit und meinen Alltag. Letztes Jahr stellte meine damalige Mitarbeiterin Tatjana Klytta den Kontakt zu Daniel Breidenbach her, dem Betriebsleiter der Firma photon Veranstaltungstechnik. Er schlug vor, dass ich nach Köln fahren kann, um eine Halle zu besichtigen, die für Karnevalssitzungen umgebaut wurde. Diese Halle beinhaltet Licht-, Ton- und Bühnentechnik.

Auch wenn es sich nicht um eine Konzerthalle handelte, ist die Technik überall vergleichbar.
Die Firma photon steuert seit 25 Jahren die Technik für private Feiern, Firmenveranstaltungen und Festivals bei. Da ich keine genauen Vorstellungen vom Besuch hatte, ging ich entspannt an die Sache heran und lies alles auf mich zukommen.
Barrierefreiheit: ein oft ignoriertes Thema bei Veranstaltungen
Licht und Ton sind entscheidend für Atmosphäre und Stimmung bei Veranstaltungen. Ein oft vernachlässigtes Thema ist die Barrierefreiheit. Ich habe ein paar Beispiele für Euch:
- Um Barrierefreiheit herzustellen, gibt es zum Beispiel die Möglichkeit der Audiodeskription: Dabei wird Menschen mit Seheinschränkung das ganze Konzert beschrieben. Ich brauche das nicht, weil ich durchaus grob erkenne, was auf der Bühne los ist. Für Details kann es mir aber helfen – meist übernimmt meine Begleitung für mich diese Beschreibung.
- Bei den Lichteffekten hat man als Konzertgast mit Seheinschränkung oft große Probleme: Wenn die Lichter schnell wechseln, verwirrt mich das, gegebenenfalls kann mir sogar schwindelig werden. Daher ist eine barrierefreie Konzertbeleuchtung eher so gestaltet, dass die Farben und Lichtintensitäten deutlich voneinander abgrenzbar sind und nicht zu wild wechseln. Für den Notfall, wenn mich die Beleuchtung stört, habe ich immer eine Sonnenbrille dabei.
- Für die Barrierefreiheit in einer Location finde ich persönlich noch super wichtig, dass die Wege zu den Sitzplätzen und wichtigen Orten wie WC mit gut sichtbaren Streifen auf dem Boden markiert sind – grau oder weiß sehe ich nicht gut, gelb wäre für mich am besten.
Barrierefreiheit auf Events ermöglicht allen Menschen unabhängig von Einschränkungen, Zugang und Teilhabe. Dadurch wird Inklusion gefördert und ein breiteres Publikum erreicht.
Es kommt immer auf den Veranstalter an. Einige Veranstaltungsorte sind gut ausgestattet und sensibel für die vielfältigen Bedürfnisse der Besucher, während andere große Defizite aufweisen.
Ich hoffe, dass sich die Situation in Zukunft weiter verbessert, damit jeder Veranstaltungen genießen kann.
Köln: Wir sind da, bevor der Karneval losgeht
Mein Assistent Michel und ich machten uns auf dem Weg nach Köln. Auf dem Parkplatz der Halle gingen schon ein paar Mädchen in Karnevalkostümen fröhlich am Auto vorbei.
Beim Betreten der Halle dröhnte Karneval Musik in meinen Ohren. Ein junger Mann mit kurzen, blonden Haaren kam uns entgegen.
Alexander Schmitt, zuständig für die Lichtgestaltung, führt uns zur Bühne. Überall standen Stühle, ordentlich in Reihen angeordnet. Alexander begann mit der Erklärung der Boxen, bevor er zur Bühnentechnik überging. Später wollte er mir zeigen, wie Licht und Ton über das Mischpult gesteuert werden. Dafür mussten wir in den Zuschauerbereich. Mein Interesse galt vor allem dem Mischpult. Ich achtete weniger auf den Raum u. konzentrierte mich auf die Technik.
Die photon Veranstaltungstechnik hat technische Ausstattung für unterschiedliche Veranstaltungen. Dazu gehören:
Lichttechnik: LED-Scheinwerfer, Moving Lights
Tontechnik: Beschallungssysteme, Mischpulte, Mikrofone
Bühnentechnik: Bühnenaufbauten,Traversen (Metallträger, an denen Strahler und Lautsprecher befestigt werden)
Videotechnik: Projektoren, LED- Wände, Kameras

Alexander erklärte die Anschlüsse und Schalter an den Boxen. Es war komplex, doch besonders spannend waren die Monitorlautsprecher. Diese stehen auf der Bühne, zeigen zu den Musikern und ermöglichen ihnen so, sich selbst zu hören. Für Zuschauer bleibt dieser Aspekt oft unbemerkt. Monitorlautsprecher bieten dem Künstler eine präzise Klangkontrolle auf der Bühne und verbessern so die Performance.
Bei der Bühnentechnik sind mir die Kommunikationssysteme im Kopf geblieben. Intercom-Systeme ermöglichen die Kommunikation zwischen den Team-Mitgliedern während einer Veranstaltung um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Das Spannendste zum Schluss, das Mischpult
Alexander erklärte mir am Mischpult den Einsatz von Farb- und Richtungswechsel der Scheinwerfer. Obwohl es zunächst herausfordernd war, durfte ich am Bildschirm beliebige auswählen und mit den Lichtern experimentieren. Vom Richtungswechsel bis zum aufregenden Stroboskop-Effekten.
Normalerweise empfinde ich die schnellen Lichtwechsel bei Konzerten mega nervig für meine Augen, weshalb ich oft dazu neige, mich von ihnen abzuwenden. Es sei denn, ich habe meine Sonnenbrille auf, die die Lichter erträglicher macht. Doch erst in diesem Moment wurde mir klar, dass das Experimentieren mit den Scheinwerfern auch Spaß machen kann. Die Möglichkeit direkt im Geschehen zu sein, ließ mein Herz höher schlagen u. veränderte meine Sichtweise auf Konzerte. Ich entwickelte eine tiefere Wertschätzung für die technische Kunstfertigkeit, die hinter der Bühne geleistet wird. Während ich mit Alexander arbeitete, hielt mein Assistent Misha die für mich spannenden Momente in zahlreichen Fotos fest. Zudem brachte mir Alexanders Kollege die Tontechnik näher. Ich lernte zum Beispiel den Begriff Fadeout kennen. Fadeout beschreibt die schrittweise Reduzierung der Lautstärke, um einen angenehmen Übergang zu schaffen.
Die entspannte Atmosphäre unter den Jungs trug zu einer angenehmen Unterhaltung bei und machte das gesamte Erlebnis äußerst unterhaltsam. Dieser Tag hinterließ einen bleibenden Eindruck und bereicherte meine Perspektive auf die Welt der Live-Events.
Unbekannte Technik: Herausforderungen der Veranstaltungen
Ich habe erkannt, dass hinter jeder gelungenen Show viel mehr steckt, als Zuschauer wahrnehmen.
Wie geht es Euch mit speziellen Lichteffekten bei Konzerten? Oder der Beleuchtung der Halle? Gefällt Euch das immer bestens oder macht das für Euch einen Eventbesuch zum Teil auch anstrengender? Teilt Eure Eindrücke gerne per Mail (hallo@rikas-blog.de) oder über Instagram mit mir.
Hier findet ihr mehrere Konzertberichte mit meinen Eindrücken auf meinem Blog.
Ich freue mich auf den Austausch mit Euch.
Stopp! Ich bin die Chefin!
Wo bleiben die zuverlässigen Helfer für meinen Alltag?
Mit verschränkten Armen sitze ich Julian (Name geändert) gegenüber, verwirrt, schockiert und komplett überrumpelt. Er hat gerade über meinen Kopf hinweg entschieden, wann er einen Urlaubstag nimmt. Ich nahm diesen Satz einfach so hin, als ob er der Arbeitgeber wäre. Dabei ist es genau andersherum. Ich fühlte mich in diesem Moment der Situation ausgeliefert – unfähig zu reagieren.
Herausforderung, zuverlässige Helfer zu finden
Es ist verdammt schwierig, zuverlässige Helfer zu finden. Wenn eine Assistenz so von oben herab mit mir umgeht, schwindet mein Vertrauen. Ich habe dann das Gefühl, dass meine Abhängigkeit von der Assistenz ausgenutzt wird, um eigennützige Entscheidungen zu treffen. Ich möchte mich bei einer Assistenz sicher fühlen und spüren, dass sie mich jederzeit ernst nimmt. Sonst ist die Zusammenarbeit frustrierend und kann zu Verzweiflung führen.
Die Suche nach einer neuen Assistenz oder die Beibehaltung der bisherigen ist mehr als kompliziert. Ich fühle mich oft ratlos oder verloren, da Zuverlässigkeit in unserer Gesellschaft zunehmend zur Seltenheit wird.
Die Nerven liegen blank, wenn ich regelmäßig mit unzuverlässigen Assistenzkräften konfrontiert werde.
Frustration: Wenn Unterstützung scheitert
Die Suche nach passenden Assistenten ist langwierig u. kann zwei bis drei Monate dauern. Bewerbungsgespräche sind geprägt von Höhen u. Tiefen. Ich hatte bereits so viele Unterhaltungen, dass ich mittlerweile keine Erwartungen mehr habe.
Ich frage mich oft:
“Denken die Menschen überhaupt noch mit, wenn sie sich auf eine Stelle bewerben?”
Meist suche ich über eBay Kleinanzeigen, gebe lokale Anzeigen auf u. nutze Instagram.
Es ist mir wichtig, von Anfang an offen und direkt über die Bedingungen zu sprechen. Doch die Kommunikation läuft nicht immer reibungslos. Heute bin ich deutlich klarer im Formulieren meiner Bedürfnisse und Erwartungen mit den Bewerbern im Vergleich zu früher.
Eine Assistenz od. mehrere Assistenten im Alltag zu haben, ist entscheidend für die Selbstständigkeit und Lebensqualität von mir sowie für alle anderen Menschen mit Einschränkungen. Assistenten leisten praktische Unterstützung, fördern persönliche Entwicklung und soziale Integration. Nur die wenigsten wissen, was eine Assistenz ist und was für Aufgaben damit einhergehen.

(Foto: Pexels/Alena Darmel)
Dennoch ist vielen Bewerbern die Verantwortung, die dieser Job mit sich bringt, nicht bewusst. Manche erscheinen gar nicht erst zum Gespräch, während andere leere Versprechungen abgeben, die sie letztlich nicht einhalten. Diese Unzuverlässigkeit ist frustrierend u. führt zu Enttäuschungen: Ich bin es leid ständig auf diese wiederkehrende Probleme gestoßen zu werden.
Was erwarte ich also von meinen Assistenten:
- Zuverlässigkeit
- Pünktlichkeit
- Bedürfnisorientierte Unterstützung
- Teamgeist
- soziales Engagement als Hauptmotivation, kein ausschließlich finanzielles Interesse am Job – aber, dass ich eine Person bezahle, wenn sie für mich arbeitet, ist klar
Kampf um Unterstützung: Herausforderungen mit Assistenten
Mein Alltag mit Assistenz besteht aus zahlreichen Hürden. Es ist oft schwierig, klar zu definieren, wobei die Assistenz unterstützen soll, insbesondere bei den unterschiedlichen Charakteren u. Aufgabengebiete, die ich erlebe. Besonders in der Haushaltsführung u. Alltagsbegleitung treten manchmal Herausforderungen auf.
Im Haushalt beispielsweise habe ich eine hervorragende Assistenz, die meine Wohnung sauber hält, was mir sehr wichtig ist. Allerdings kann es herausfordernd sein, meine Wünsche klar zu kommunizieren, u insbesondere gegenüber dominanten Personen mit viel Selbstvertrauen.
Bei einfachen Dingen, wie der Zubereitung von Salatsauce oder der Mengenangabe für Haferflocken in meinem Smoothie zum Frühstück, kann es zu Missverständnissen kommen.
Ein weitere kritischer Punkt sind Themen wie Gehalt, Urlaub u. die Verträge der Assistenten. Glücklicherweise habe ich einen tatkräftige Assistenz, die mich in solchen Konfliktsituationen unterstützt. Sie ist eine große Stütze, wenn es zu Differenzen zwischen mir u. der Haushaltshilfe kommt.
Assistenz im Alltag für Menschen mit Einschränkungen
Bereits seit über einem Jahr wohne ich in meiner 47 m² Wohnung. Im Gegensatz zum letzten Jahr bin ich ein gutes Stück weiter gekommen. Die Bereiche Haushalt, Behördenangelegenheiten u. der Bereich Sport sind mit Assistenten, die sehr gute Arbeit leisten, abgedeckt. Dennoch gibt es weiterhin viele Baustellen bei mir. Meine Eltern übernehmen aktuell viele Aufgaben, einschließlich Arzttermine und Erledigungen. Zudem suche ich verzweifelt nach einer Lernassistenz im Bereich Radio-Journalismus. Ab Januar 2026 beginnt die Zusammenarbeit mit einer ehrenamtlichen Einkaufshilfe, die mir zusätzlich Unterstützung bietet.
Ich versuche einerseits auf mein Bauchgefühl zu hören, andererseits bin ich dringend auf Unterstützung angewiesen und muss manchmal für eine zeitnahe Unterstützung in einem bestimmten Bereich doch Kompromisse eingehen.
Dringender Bedarf: Qualifizierte Assistenz für Menschen mit Behinderungen
Wichtig ist: Mit Unterstützung von Assistenten kann ich an meinen Zielen und Träumen festhalten und für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen, was für Menschen ohne Einschränkung selbstverständlich ist.
Für mich bedeutet Assistenz mehr Lebensqualität.
Meine Zeit im Wohnheim verbinde ich mit Schmerz, Traurigkeit die ich unter meinem Kissen vergraben habe, u. dem Gefühl des Alleinseins. Am schlimmsten war die Furcht nie aus dem Wohnheim herauszukommen, u. Mein Leben dort zu verbringen. Noch heute denke ich ungern an diese Zeit zurück. Ich nehme aus diesen Erlebnissen mit, wie wichtig die qualifizierte Assistenz für Menschen mit Einschränkungen ist.
Das hat nichts mit Luxus oder mit besonderem, Bedürfnissen zu tun, sondern ist das gute Recht eines jeden Menschen.
Dennoch wird ein Großteil der Menschen mit Behinderung von der Gesellschaft ausgeschlossen.
Ständige Absagen von Bewerbungsgesprächen oder bereits vereinbarten Arbeitsstunden sind nach wie vor Realität. Das erschwert den Alltag und beeinflusst das Selbstbewusstsein erheblich.
Deshalb schätze ich die wenigen zuverlässigen Helfer in meinem Team.
Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Verständnis von meinen Mitarbeitern für mich und generell für Menschen mit Einschränkungen, gleichzeitig mehr Begeisterung für diesen Aufgabenbereich.
Die Ausbildung u. die Verfügbarkeit von qualifizierten Assistenten müssen von offizieller Seite verbessert werden, wenn Menschen vom Amt ein persönliches Budget erhalten, um ihr Leben zu organisieren. Denn wie soll das gehen, wenn es am Arbeitsmarkt kaum AssistentInnen gibt? Anmerkung: Assistenzdienstleister gibt es beispielsweise eher in Großstädten als in kleinen Dörfern und ihre Hilfe kostet meist mehr als 15-20 € Stundenlohn.
Schlüssel zu effektiver Assistenz: Bedürfnisse erkennen
Ich frage mich, was potenzielle Assistenten benötigen, um zuverlässig zu sein.
Teilt eure Erfahrungen als Assistenten oder Menschen mit Einschränkungen.
Welche Tipps habt ihr zur Organisation der Assistenz?
Schreibt mir gerne ein Mail an hallo@rikas-blog.de
Veränderungen beginnen mit unserem Engagement für Inklusion und Barrierefreiheit.
Der Waldflug – nur was für Schwindelfreie
Ein barrierefreies Abenteuer im Wald: die Flyline in Schömberg – Nervenkitzel pur für mich!
Der Sicherheitsbeauftragte befestigte die Schlaufen um meine Beine und legte den Sicherheitsgurt an. Ein zusätzlicher Gurt verlief über die Schultern und stabilisierte den Oberkörper. Der letzte Gurt wurde an meinem Bauch befestigt. Ich atmete tief ein und aus, um Ruhe zu bewahren. Mit zitternden Beinen nahm ich die Umgebung vor Aufregung überhaupt nicht mehr richtig wahr.
Was vor mir lag:
Der Wind wehte heftig in 35 Meter Höhe. Die Strecke, die ich gleich durch den Wald fliegen sollte, war 500 Meter lang. Endlich saß ich fest im Sitz, meine Hände umfassten den Sicherheitsgurt.
Meine Freundin Kathi fotografierte den großen Moment: Der Flug über den Wald stand unmittelbar bevor. Überwältigt von der Weite der Natur, fiel es mir schwer, klare Gedanken zu fassen. Sekunden vor dem Start durchströmte Adrenalin meine Adern, die Spannung war kaum auszuhalten.
Von einem Aussichtsturm aus sollte ich zuerst in luftiger Höhe und dann immer niedriger durch den Wald hindurch fliegen – das ist die Flyline in Schömberg im Nordschwarzwald.

Eine Kombi aus Nervenkitzel und Natur pur für mich. Die Waldlandschaft bildete eine beeindruckende Kulisse. Der Ausblick vom Startpunkt war spektakulär- so was habe ich selten gesehen. Es gab kein Zurück mehr. Der Mitarbeiter schob mich kräftig an und ich schwebte in Kurven abwärts. In der Luft wagte ich es nicht, nach unten zu schauen, starrte angestrengt geradeaus, aus Angst, meine Brille könnte runterfallen. Meine Augen bewegten sich unruhig.
Plötzlich knallte ich gegen einen Baum. Die Dämpfung des Polsters schob mich gleich wieder in die richtige Richtung – ein kleiner Schreckmoment für mich. Die Baumwipfel drehten sich, mein Bauch fühlte sich mulmig an, und ich freute mich bereits darauf, unten wieder mit Kathi zusammen zu sein, die gleich nach mir landen sollte.
Entdeckungstour über die Baumwipfel – Natur hautnah erleben
Wer es noch abenteuerlustiger mag: Der Flying Fox sorgt für einen noch größeren Adrenalinkick: Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h rast du über die Baumwipfel und erlebst die Natur aus der Höhe.
Laut dem Flyer der Waldflug GmbH sind beide Aktivitäten auch für Menschen mit Einschränkungen geeignet. Zudem gibt es eine Eintrittsermäßigung für Menschen mit Behinderung. Ich habe 17,00 Euro gezahlt.
Vom Aussichtsturm Himmelsglück bietet sich eine atemberaubende Aussicht auf die Region. Mit dem Panoramaaufzug sind alle Attraktionen barrierefrei zugänglich. Menschen mit eingeschränkter Mobilität können die Aussicht und die verschiedenen Angebote problemlos genießen.
Meine Freundin Kathi hat den spannenden Ausflug zum Waldflug nach Schömberg für einen Sonntag im September organisiert. Obwohl ich mir die Webseite einen Tag zuvor angesehen hatte, hatte ich keine klare Vorstellungen von den Aktivitäten.
Der Aufstieg
In Schömberg angekommen, liefen wir vom Parkplatz über die Straße in Richtung Wald. Ich ging dicht an Kathis Schulter. Wir folgten weiter dem leicht ansteigenden Waldweg, der uns schon bald durch die majestätischen Bäume führte.
Am Ticketstand erhielten wir Informationen über den Ablauf des Waldflugs. Auf einem großen Flachbildschirm wurde der beeindruckende Flug mit dem Flying Fox gezeigt. Schon beim Zuschauen war ich erleichtert, dass wir uns für die Flyline entschieden hatten. Doch bevor es soweit war, standen wir vor einer anderen Herausforderung: dem Aufstieg zur Flyline. Um meine Mobilität zu erhalten, nutze ich jede Gelegenheit, Treppen zu steigen, solange rechts ein Treppengeländer vorhanden ist. Ich sehe die Nutzung von Fahrstühlen als Option für Menschen, die wirklich darauf angewiesen sind.
Kathi ging einige Schritte voraus, während ich vorsichtig die ersten Treppenstufen hinaufstieg. Konzentration war gefragt, denn ich wollte mein Gleichgewicht nicht verlieren. Mit der rechten Hand tastete ich mich am Geländer entlang, bevor ich den nächsten Schritt wagte. Ich war so sehr mit dem Treppensteigen beschäftigt, dass ich gar nicht bemerkte, wie schnell wir die Hälfte der Strecke hinter uns gelassen hatten. Endlich oben auf der zweiten Plattform angekommen, wehte uns der Wind um die Ohren. Dabei konnten wir sogar beobachten, wie andere mutige Abenteurer von der dritten Plattform aus mit dem Flying Fox in die Tiefe sausten.
3, 2, 1 – looooos!
Als Kathi und ich in der Schlange standen und uns auf unseren bevorstehenden Flug vorbereiteten, spürte ich die Nervosität und Aufregung in mir aufsteigen. Kathi blieb ruhig. Nach den Sicherheitsanweisungen und dem Anlegen der Geschirre stieg ich auf die Plattform und blickte in die Weite.

Ein tiefer Atemzug und dann ging es los! Wie ein Vogel fühlte ich mich, hoch oben über den Baumwipfeln. Die Flyline ist zwar “nur” 12 km/h schnell, aber: Der Adrenalinkick war unvergleichlich. In dieser Freiheit über die Landschaft fühlte ich mich lebendig. Nach einem aufregenden Flug nährte ich mich schließlich dem Ziel. Die sanfte Abbremsung kündigte, die bevorstehende Landung an. Obwohl der Ruck an der Haltestelle nur leicht war, kam es so überraschend, dass ich kurz nicht wusste, wie mir geschah. Unsicher, wie ich mich bei der Mitarbeiterin, die mich von den vielen Gurten befreit hat, abstützen sollte, suchte ich nach Kathi. Glücklicherweise war sie bereits angekommen und bot mir sofort ihre Schulter an. Langsam ließ der Nervenkitzel nach, und wir tauschten begeistert unsere Erfahrungen mit der Flyline aus.
Rikas Location-Check: 4,6 von 5 Sternen
Das Gelände: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
+ Zugänglichkeit: Ein Fahrstuhl ermöglicht den Zugang zu den Plattformen. Menschen mit Einschränkungen können alle Attraktionen erreichen.
+ Umgebung: Das Außengelände ist von einer wunderschönen Waldlandschaft umgeben. Ich habe die Ruhe genossen.
+ Schwierigkeitsgrad: Der Einstieg, den wir gewählt haben, führt über Erdhügel und Steine und ist nicht barrierefrei. Für mich mit Begleitperson war es aber kein Problem.
Der Einlass: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
+ Zugänglicheit: Der Ticketstand ist leicht zu finden. Es gibt nichts zu bemängeln, der Zugang war problemlos möglich.
Der Service: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
+ Freundlichkeit: das Personal war nett, freundlich und hilfsbereit. Bei dem Waldflug wird auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen. So stelle ich mir Inklusion vor.
Bestellvorgang der Karten: ⭐️⭐️⭐️⭐️
+ Online und vor Ort Bestellung: Die Bestellung der Tickets ist sowohl online als auch vor Ort möglich. Wir haben nach einem ersten Telefonat entschieden, Karten vor Ort zu kaufen. Das war dann unkompliziert und verlief einwandfrei.
Bremsklotz: ⭐️⭐️⭐️⭐️
– Ein kleiner Minuspunkt: Leider konnte ich aufgrund meiner unterschiedlichen Einschränkungen den Flying Fox nicht erleben. Man sollte Körperspannung halten können, das fällt mir eher schwer. Deshalb hätte ich mich damit nicht wohlgefühlt und habe mich deshalb gegen diese Attraktion entschieden. Ich hatte auch die Befürchtung, dass meine Augen danach irritiert sind, zittern und Zeit brauchen, um sich wieder zu beruhigen. Aber dann gibt es ja immer noch die etwas relaxtere Flyline.

Foto: Rikas Blog/Michel
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Rika Spitz