Ein Tag hinterm Mischpult

Wie ich Einblick in komplexe Veranstaltungstechnik bekam

Vor mir lag eine bunte Farbpalette, die das vielfältige Spektrum eines Mischpultes darstellte. Alexander erklärte mir die unterschiedlichen Funktionen der Regler, die einfach nach oben und unten geschoben werden konnten. Das Mischpult erinnerte mich an ein Kontrollzentrum gefüllt mit fortschrittlicher Technik.

Als leidenschaftliche Konzertgängerin habe ich zahlreiche Veranstaltungen besucht. Am 17. Januar 2026 erhielt ich die Chance, einen Blick in die Welt der Technik zu werfen. Bei dieser Gelegenheit erlebte ich hautnah wie Veranstaltungstechnik funktioniert.

Für mich als Konzert-Bloggerin ein spannender Tag

Diese einmalige Gelegenheit erhielt ich von der Firma photon Veranstaltungstechnik in Köln.  

Wie die meisten von euch wissen, schreibe ich auf meiner Website über Konzerte, Barrierefreiheit und meinen Alltag. Letztes Jahr stellte meine damalige Mitarbeiterin Tatjana Klytta den Kontakt zu  Daniel Breitenbach her, dem Chef der Firma photon Veranstaltungstechnik. Er schlug vor, dass ich nach Köln  fahren kann, um eine Halle zu besichtigen, die für Karnevalssitzungen umgebaut wurde. Diese Halle beinhaltet Licht-, Ton- und Bühnentechnik.

In der Kölner Halle bereiten sich die Gruppen auf ihren Auftritt vor, während ich hinterm Mischpult etwas über die Technik lerne und einige Effekte ausprobieren darf.
In der Kölner Halle bereiten sich die Gruppen auf ihren Auftritt vor, während ich hinterm Mischpult etwas über die Technik lerne und einige Effekte ausprobieren darf.

Auch wenn es sich nicht um eine Konzerthalle handelte, ist die Technik überall vergleichbar. 

Daniel Breidenbach steuert mit seiner Firma seit 25 Jahren die Technik bei für private Feiern, Firmenveranstaltungen und Festivals. Da ich keine genauen Vorstellungen vom Besuch hatte, ging ich entspannt an die Sache heran und lies alles auf mich zukommen. 

Barrierefreiheit: ein oft ignoriertes Thema bei Veranstaltungen

Licht und Ton sind entscheidend für Atmosphäre und Stimmung bei Veranstaltungen. Ein oft vernachlässigtes Thema ist die Barrierefreiheit. Ich habe ein paar Beispiele für Euch:

  • Um Barrierefreiheit herzustellen, gibt es zum Beispiel die Möglichkeit der Audiodeskription: Dabei wird Menschen mit Seheinschränkung das ganze Konzert beschrieben. Ich brauche das nicht, weil ich durchaus grob erkenne, was auf der Bühne los ist. Für Details kann es mir aber helfen – meist übernimmt meine Begleitung für mich diese Beschreibung. 
  • Bei den Lichteffekten hat man als Konzertgast mit Seheinschränkung oft große Probleme: Wenn die Lichter schnell wechseln, verwirrt mich das, gegebenenfalls kann mir sogar schwindelig werden. Daher ist eine barrierefreie Konzertbeleuchtung eher so gestaltet, dass die Farben und Lichtintensitäten deutlich voneinander abgrenzbar sind und nicht zu wild wechseln. Für den Notfall, wenn mich die Beleuchtung stört, habe ich immer eine Sonnenbrille dabei.  
  • Für die Barrierefreiheit in einer Location finde ich persönlich noch super wichtig, dass die Wege zu den Sitzplätzen und wichtigen Orten wie WC mit gut sichtbaren Streifen auf dem Boden markiert sind – grau oder weiß sehe ich nicht gut, gelb wäre für mich am besten. 

Barrierefreiheit auf Events ermöglicht allen Menschen unabhängig von Einschränkungen, Zugang und Teilhabe. Dadurch wird Inklusion gefördert und ein breiteres Publikum erreicht. 

Es kommt immer auf den Veranstalter an. Einige Veranstaltungsorte sind gut ausgestattet und sensibel für die vielfältigen Bedürfnisse der Besucher, während andere große Defizite aufweisen. 

Ich hoffe, dass sich die Situation in Zukunft weiter verbessert, damit jeder Veranstaltungen genießen kann.

Köln: Wir sind da, bevor der Karneval losgeht

Mein Assistent Michel und ich machten uns auf dem Weg nach Köln. Auf dem Parkplatz der Halle gingen schon ein paar Mädchen in Karnevalkostümen fröhlich am Auto vorbei. 

Beim Betreten der Halle dröhnte Karneval Musik in meinen Ohren. Ein junger Mann mit kurzen, blonden Haaren kam uns entgegen.

Alexander Schmitt, zuständig für die Lichtgestaltung, führt uns zur Bühne. Überall standen Stühle, ordentlich in Reihen angeordnet. Alexander begann mit der Erklärung der Boxen, bevor er zur Bühnentechnik überging. Später wollte er mir zeigen, wie Licht und Ton über das Mischpult gesteuert werden. Dafür mussten wir in den Zuschauerbereich. Mein Interesse galt vor allem dem Mischpult. Ich achtete weniger auf den Raum u. konzentrierte mich auf die Technik.

Die Photon Veranstaltungstechnik  hat technische Ausstattung für unterschiedliche Veranstaltungen. Dazu gehören:

Lichttechnik: LED-Scheinwerfer, Moving Lights

Tontechnik: Beschallungssysteme, Mischpulte, Mikrofone

Bühnentechnik: Bühnenaufbauten,Traversen (Metallträger, an denen Strahler und Lautsprecher befestigt werden)

Videotechnik: Projektoren, LED- Wände, Kameras

Alexander war der Experte an meiner Seite, der mir die Technik erklärte.
Alexander war der Experte an meiner Seite, der mir die Technik erklärte. (Foto: Rikas Blog/Michel)

Alexander erklärte die Anschlüsse und Schalter an den Boxen. Es war komplex, doch besonders spannend waren die Monitorlautsprecher. Diese stehen auf der Bühne, zeigen zu den Musikern und ermöglichen ihnen so, sich selbst zu hören. Für Zuschauer bleibt dieser Aspekt oft unbemerkt. Monitorlautsprecher bieten dem Künstler eine präzise Klangkontrolle auf der Bühne und verbessern so die Performance.

Bei der Bühnentechnik sind mir die Kommunikationssysteme im Kopf geblieben. Intercom-Systeme ermöglichen die Kommunikation zwischen den Team-Mitgliedern während einer Veranstaltung um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Das Spannendste zum Schluss, das Mischpult

Alexander erklärte mir am Mischpult den Einsatz von Farb- und Richtungswechsel der Scheinwerfer. Obwohl es zunächst herausfordernd war, durfte ich am Bildschirm beliebige auswählen und mit den Lichtern experimentieren. Vom Richtungswechsel bis zum aufregenden Stroboskop-Effekten. 

Normalerweise empfinde ich die schnellen Lichtwechsel bei Konzerten mega nervig für meine Augen, weshalb ich oft dazu neige, mich von ihnen abzuwenden. Es sei denn, ich habe meine Sonnenbrille auf, die die Lichter erträglicher macht. Doch erst in diesem Moment wurde mir klar, dass das Experimentieren mit den Scheinwerfern auch Spaß machen kann. Die Möglichkeit direkt im Geschehen zu sein, ließ mein Herz höher schlagen u. veränderte meine Sichtweise auf Konzerte. Ich entwickelte eine tiefere Wertschätzung für die technische Kunstfertigkeit, die hinter der Bühne geleistet wird. Während ich mit Alexander arbeitete, hielt mein Assistent Misha die für mich spannenden Momente in zahlreichen Fotos fest. Zudem brachte mir Alexanders Kollege die Tontechnik näher. Ich lernte zum Beispiel den Begriff Fadeout kennen. Fadeout  beschreibt die schrittweise Reduzierung der Lautstärke, um einen angenehmen Übergang zu schaffen.

Die entspannte Atmosphäre unter den Jungs trug zu einer angenehmen Unterhaltung bei und machte das gesamte Erlebnis äußerst unterhaltsam. Dieser Tag hinterließ einen bleibenden Eindruck und bereicherte meine Perspektive auf die Welt der Live-Events.

Unbekannte Technik: Herausforderungen der Veranstaltungen

Ich habe erkannt, dass hinter jeder gelungenen Show viel mehr steckt, als Zuschauer wahrnehmen.

Wie geht es Euch mit speziellen Lichteffekten bei Konzerten? Oder der Beleuchtung der Halle? Gefällt Euch das immer bestens oder macht das für Euch einen Eventbesuch zum Teil auch anstrengender? Teilt Eure Eindrücke gerne per Mail (hallo@rikas-blog.de) oder über Instagram mit mir. 

Hier findet ihr mehrere Konzertberichte mit meinen Eindrücken auf meinem Blog. 

Ich freue mich auf den Austausch mit Euch.